Vortragsabend in Mettenheim
Wie beeinflusst der CO2-Fußabdruck die Milchviehhaltung?

Wie der CO2-Fußabdruck die Milchproduktion beeinflusst? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr. Stephan Schneider von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen bereits seit 2021. Er ist zudem Vorsitzender des Arbeitskreises „Futter und Fütterung“ der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging konnte ihn nun gemeinsam mit dem vlf Altötting-Mühldorf e.V. für ein Referat über den CO2-Fußabdruck gewinnen. 77 Bäuerinnen und Bauern waren der Einladung ins Gasthaus Kreuzerwirt am 25. November 2025 abends gefolgt und wurden dafür mit einem leidenschaftlichen und ermutigenden Vortrag zum Thema belohnt.

Hin zur klimaneutralen Wirtschaftsweise

Im Rahmen des sog. Green Deals der EU gibt es seit 2022 die sog. EU-Taxonomie. Sie ist EU-weit gültig und klassifiziert die Nachhaltigkeit von Wirtschaftsaktivitäten. Ziel ist die Transformation hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaftsweise. Zur Erreichung der Ziele kommt der Finanzwirtschaft eine zentrale Rolle zu. Sie stellt das Geld für Investitionen bereit und kann mit der Kreditvergabe die Transformation im Rahmen der EU-Taxonomie-Kriterien steuern. Innerhalb der EU bekommt man zukünftig nur noch Geld für Investitionen, die als nachhaltig klassifiziert sind.

Gute fachliche Praxis senkt den CO2-Fußabdruck

Aber auch die Betriebe können laut Prof. Dr. Schneider von einer konsequenten Umsetzung der guten fachlichen Praxis profitieren. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit gehen vielfach Hand in Hand, wenn Arbeitsabläufe effizient gestaltet und Haltungsverfahren bestmöglich gemanagt werden. Von der Kälberaufzucht über die Fütterung bis zum optimierten Stallklima sieht Prof. Dr. Schneider viele Möglichkeiten, über eine gute fachliche Praxis den CO2-Fußabdruck zu senken. Kleine Maßnahmen beim Stallbau wie der Einbau erhöhter Fressstände mit Gummiauflage und emissionsarmer Gummibeläge sowie die Anschaffung von Güllesammelrobotern führen ebenfalls zu einer Verbesserung der Klimabilanz. In der Güllegrube lässt sich der Ausstoß von Emissionen durch das Abdecken von Güllebehältern in Kombination mit dem Einbringen von Güllezusätzen verringern. Letztendlich kann auch der Einsatz spezieller Futterzusatzstoffe die Emissionen reduzieren.

Arbeitskreis zum CO2-Fußabdruck angeboten

Ob die Investitionen in den Klimaschutz von der abnehmenden Hand und letztendlich dem Verbraucher honoriert werden, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Nach einem zweieinhalbstündigen Informationsmarathon dankte Organisatorin Claudia Mühlhauser vom AELF Töging allen Anwesenden für ihr großes Interesse, das disziplinierte Zuhören und die konstruktive Diskussion. Dank zollte sie auch dem engagierten Referenten Prof. Dr. Schneider und dem vlf Altötting-Mühldorf e.V. für die Übernahme der gesamten Kosten. Abschließend wies sie noch auf das Angebot des AELF Töging zur Gründung eines Arbeitskreises zum CO2-Fußabdruck hin.