Rückblick - Fortbildung und Exkursion
Wälder schützen und Holz nutzen mit Natura2000

Natura2000 Logo in der rechten Ecke vor Waldhintergrund.

Im Rahmen des Bildungsprogramms Wald (BiWa) fand am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging kürzlich ein Seminartag zum Thema: „Natura 2000-Gebiete und deren Bewirtschaftung“ statt.

Rund zehn interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer trafen sich, um unter der Leitung von Georg Hohmann, Revierleiter des Forstreviers Töging, einen Einblick in den europäischen Waldnaturschutz zu gewinnen.

Bewirtschaftung ermöglicht Artenvielfalt

Unterstützt wurde er dabei von Forstmann Felix von Ow, der wertvolle Erfahrungen aus der Praxis teilen konnte und den Werdegang des Waldnaturschutzes und Natura 2000 seit Ende des vergangenen Jahrhunderts beleuchtete. Für den Praxisteil am Nachmittag lud von Ow auf seine eigenen Waldflächen ein, die im Flora-Fauna-Schutzgebiet „Salzach und Unterer Inn“ bzw. im SPA-Vogelschutzgebiet „Salzach und Inn“ liegen. Was überrascht: Viele dieser geschützten Lebensräume sind erst durch aktive Bewirtschaftung entstanden. „In Natura 2000-Gebieten ist eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nicht nur möglich, sondern oft sogar zwingend nötig. So können bspw. die Artenvielfalt und die vielen anderen Ziele von Natura 2000 erhalten bzw. erreicht werden“, betonte Hohmann.

Beratungstermine vereinbaren über den "Försterfinder"

Doch wie wissen die Akteure vor Ort, was in ihrem Wald erlaubt, notwendig oder empfohlen ist? Das wichtigste Werkzeug hierfür sind die Managementpläne. Sie sind im Internet frei zugänglich und liefern durch ihren Dreiklang aus Kartierung – Bewertung – und Maßnahmenplanung alle Informationen die notwendig sind, um einen Wald gemäß den Zielen von Natura 2000 zu gestalten. Dabei gibt es eine wichtige Faustregel: Die geplante Maßnahme darf den Zustand des Waldes nicht verschlechtern. Um dies sicherzustellen, hilft die sogenannte „Erheblichkeitsabschätzung“, um vorab die Wirkung der Maßnahme abzuschätzen. Wer unsicher ist, kann sich an die Försterinnen und Förster des AELF Töging wenden. Dazu einfach den „Försterfinder“ im Netz aufrufen und einen kostenfreien Beratungstermin vereinbaren.

Rasante Veränderungen in der Klimakrise

Weitere Themen waren die Natura2000-Gebiete der Landkreise Mühldorf und Altötting, ihre Lebensraumtypen und Arten und warum wir alle eine Verantwortung für ihren Schutz tragen. Ein wunder Punkt von Natura 2000 ist seine Starrheit. In der Klimakrise verändern sich Standorte rasant. Pflanzen, Tiere und ganze Lebensräume „wandern“ unter immer häufigeren Extremwettern. Die statische Betrachtungsweise kollidiert mit dieser „Schutzgüter-Drift“.